Wenn Bilder lange lagern sollen, kommt es auf die richtige Schicht an
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Zuerst wird die Wandfläche eingegrenzt, auf der das Bild wirken soll. Gemeint ist nicht die gesamte Zimmerbreite, sondern der Bereich zwischen zwei sichtbaren Begrenzungen: etwa zwischen Schrankkante und Türrahmen oder zwischen zwei Fensternischen. Diese Strecke wird mit einem Maßband oder einem Zollstock gemessen. Die Hälfte dieser Strecke ist der theoretische Mittelpunkt. Eine Schnur – ein einfacher, nicht dehnbarer Faden – wird nun über die gesamte Strecke gespannt und an beiden Enden mit Klebeband oder Nadeln fixiert. Wichtig ist, dass die Schnur straff sitzt und parallel zum Boden verläuft; eine durchhängende Schnur verfälscht das Ergebnis um mehrere Zentimeter.
Warum stehend besser ist als liegend Liegende Bilder tragen das gesamte Gewicht auf der untersten Rahmenkante. Auf Dauer verformen sich Keilrahmen, Leinwände bekommen Beulen, und auf Glas entstehen Abdrücke. Stehende Lagerung verteilt die Last auf die schmale Seite des Rahmens. Voraussetzung: Die Bilder müssen senkrecht stehen, nicht lehnen. Ein zu flacher Winkel führt zu Verzug. Am besten eignen sich stabile, geschlossene Regalfächer oder flache Kisten, in denen die Bilder wie Bücher in einer Reihe stehen. Zwischen den Rahmen sollte immer ein kleiner Abstand bleiben, damit Luft zirkulieren kann. Zu enge Stapel drücken Feuchtigkeit zwischen die Bildträger.
Beim Bohren sind zwei Dinge wichtig. Erstens die Drehzahl: Gipskarton verträgt keine hohen Umdrehungen, sonst franst das Bohrloch aus und der Dübel sitzt locker. Zweitens die Tiefe: Ein zu tiefes Loch durchstößt die Platte nach oben, der Dübel verliert seinen Gegenzug. Ein Stück Klebeband auf dem Bohrer als Tiefenbegrenzung verhindert das. Vor dem Einsetzen des Dübels das Loch mit dem Staubsauger aussaugen, denn Bohrstaub im Loch reduziert den Halt erheblich.
Was auf die Leiste gehört und was nicht Auf eine Bilderleiste gehören gerahmte Bilder, leichte Grafiken, Postkarten und flache Objekte. Schwere Spiegel oder dicke Leinwände mit massivem Rahmen haben dort nichts verloren: Sie kippen nach vorn, drücken die Leiste von der Wand oder verdecken die Halterung. Auch Kerzen, kleine Pflanzen im Innenraum oder Vasen sind kritisch, weil sie beim Anstoßen herunterfallen und Wasser auf die Bilder tropfen kann. Bewährt hat sich eine Mischung aus einem großen Hauptbild und zwei bis drei kleineren Formaten daneben. Alle Rahmen sollten auf einer gedachten Linie stehen, nicht schweben – sonst sieht die Anordnung zufällig aus.
Vor dem Kleben lohnt ein einfacher Test: ein Stück Streifen auf die Wand drücken, eine Stunde warten und vorsichtig abziehen. Bleiben Farbpartikel am Streifen, ist die Wand nicht geeignet. Ein weiterer Fehler ist das Reinigen mit fettigen oder ölhaltigen Mitteln. Der Kleber braucht eine fettfreie, trockene Oberfläche. Ein fusselfreies Tuch mit etwas Alkohol reicht, danach vollständig trocknen lassen.
Zum Schluss die Leiste nach dem Anbringen mit einem leichten Ruck testen: Sie darf sich nicht bewegen oder klappern. Bilder so aufstellen, dass sie leicht nach hinten gelehnt an der Wand stehen und nicht kippen. Bei Mietwohnungen vor dem Bohren klären, ob die Wand beschädigt werden darf. Wer diese Punkte beachtet, hat eine Bilderleiste, die über Jahre stabil bleibt und nicht ständig nachjustiert werden muss.
Bevor irgendetwas befestigt wird, sollte die Leiste selbst kontrolliert werden. Sitzt sie fest in der Wand, oder lässt sie sich mit leichtem Druck bewegen? Eine lose Leiste nimmt keine Last auf, egal wie gut der Haken ist. In diesem Fall hilft nur, die Befestigung der Leiste nachzuziehen oder sie neu zu montieren. Dabei darauf achten, dass die Schrauben in einem tragfähigen Untergrund sitzen, nicht nur im Putz. Bei Hohlraumwänden sind geeignete Dübel Pflicht, sonst hält die schönste Aufhängung nur bis zum ersten Stoß.
Vor dem Bohren die Wand prüfen: Eine Leiste trägt nur so viel, wie die Dübel und Schrauben aushalten. In Rigips oder Hohlraumwänden halten normale Dübel kaum etwas; hier braucht es geeignete Hohlraumdübel oder eine Montage auf der Wand selbst. Die Halterungen werden immer in einer Wasserwaage ausgerichtet, sonst hängt die Leiste schief und alle Bilder mit ihr. Mindestens zwei Halterungen pro Meter Leiste setzen, bei längeren Stücken drei. Wer nur in die Mitte bohrt, riskiert Durchbiegen und Herausreißen.
Bilder neigen dazu, über Jahre hinweg im Regal zu landen – sei es aus Platzmangel, nach einem Umzug oder weil sie einfach nicht dauerhaft hängen sollen. Wer sie stapelt, riskiert Druckstellen, Risse und Feuchtigkeitsschäden. Die Lösung klingt simpel, erfordert aber Disziplin: Bilder stehend, mit Zwischenlagen und trocken lagern. Entscheidend ist, dass der Stapel nicht kippt und die Oberflächen nicht aufeinander reiben.
Typische Fehler: Die Leiste wird nach Augenmaß gebohrt, ohne die Sitzhöhe der späteren Betrachter zu berücksichtigen. Oft wird sie zu nah an die Decke gesetzt, weil dort „Platz ist". Ein weiterer Fehler ist, die Leiste direkt an der Kante eines Schranks enden zu lassen, sodass die Tür dagegen stößt. Auch das Aufhängen von Bildern mit sehr unterschiedlichen Rahmenfarben und -größen wirkt schnell unruhig. Besser vorher auf dem Boden auslegen und die Anordnung fotografieren, bevor gebohrt wird.
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